Betrieb von Abgasturbolader

Ein Abgasturbolader ist ein hochpräziser, doch gleichzeitig ein relativ einfacher, robuster und effizienter Mechanismus.

Bei sachgemäßem Betrieb kann ein Abgasturbolader jahrelang zuverlässig arbeiten, obwohl die Drehzahl manchmal bis zu 200 000 Umdrehungen pro Minute reicht.

Der Abgasturbolader ist so konzipiert, dass er mit dem Motor seine ganze Betriebszeit über störungsfrei zusammenarbeiten kann.

Er bedarf keine Sonderüberholung, es gilt jedoch auf seine Arbeitsbedingungen Acht zu geben, wobei die Prüfung lediglich ein paar Tätigkeiten gemäß der vom Abgasturbolader-Hersteller gelieferten Bedienungsanleitung umfassen soll.

Die vorgenannten Tätigkeiten betreffen:
•    den regelmäßigen Ölwechsel
•    die Wartung von Ölfiltrationssystem (Ölfilter, Leitungen)
•    die Öldruckkontrolle
•    die Wartung von Luftfiltrationssystem (Luftfilter, Leitungen)

Wenn Sie ein Auto mit Abgasturbolader haben, ziehen Sie bitte die nachfolgend aufgezählten Hinweise in Betracht.

  1. Ein Abgasturbolader ist ein integraler Bestandteil des Motors
    Jeder Turbolader wurde so entworfen, dass er nur mit dem ihm dedizierten Motor Anwendung finden kann. Der Motor und der Turbolader hängen voneinander auf eine Art und Weise ab, die es ihnen erlaubt, die optimale Leistung zu erreichen. Der Turbolader ist kein Zusatzgerät, das im Fall des Verschleißes oder der Panne ausgebaut werden kann. Ganz im Gegenteil – er bedarf dieselbe Sorgfalt wie der Motor, insbesondere eine regelmäßige Kontrolle seiner Befestigung.

 

  1. Weist der Motor Mängel in der Arbeit auf? Es muss nicht der Turbolader daran schuld sein
    Es kommt häufig vor, dass ein Turbolader, obwohl im hervorragenden Zustand, ausgebaut und mit einem neuen ersetzt wird, weil er falsch arbeitete. Tatsächlich ist jedoch ein anderes Triebwerk daran schuld, Einstellungen des Motors oder Bestandteile seiner Ausrüstung, und nicht der Turbolader selbst:
    • blauer Abgasrauch? Vor dem Ausbauen prüfen Sie bitte, ob die Luftfiltereinlage nicht verschmutzt ist. Die Ursache für einen übermäßigen Ölverbrauch kann auch bei dem Motor selbst liegen (Motorverschleiß, Leckagen).
    • wenn der Turbolader lärmt… Es kommt manchmal vor, dass die Schraubenverbindungen einfach lose werden.
    • schwarzer Abgasrauch? Ist die Motorleistung gesunken? Noch einmal ist vor allem der Motor zu prüfen.

 

  1. Die drei schlimmsten Feinde jedes Turboladers
    • unzureichende Ölmenge – die Folge ist vor allem die Lagerbeschädigung, das Scheuern von Lauf- und Verdichterrädern, der Dichtheitsverlust, oder sogar das Platzen der Welle;
    • Fremdkörper in der angesaugten Luft – das Durchdringen eines Fremdkörpers verursacht die Beschädigung von Beschaufelung, was wiederum Mangel an Auswuchtung des rotierenden Systems und Beschädigung von Dichtringen sowie einen ernsthaften Schaden der ganzen Bau-Untergruppe zur Folge hat;
    • Verunreinigungen im Öl – Verschmutzungen im Öl können Wellenlager und Wellenzapfen beschädigen, den Öldurchfluss behindern und das Funktionieren von Dichtringen beeinträchtigen. Am häufigsten sind es Metall- oder Verbrennungsrückstände.

 

  1. Nein für selbständige Turbolader-Reparaturen
    Obwohl ein Turbolader eigentlich ein einfacher Mechanismus ist, liegen die Toleranzwerte hinsichtlich seines Aufbaus im Mikrometerbereich. Aus diesem Grunde verfügt nur der Turbolader-Hersteller oder eine autorisierte Werkstatt über das Wissen, Werkzeug und Fachpersonal, das auf Reparaturen von solchen Bau-Untergruppen spezialisiert ist.

 

  1. Den Schaden vorsehen…
    Wenn Sie Ölleckagen, anormale Schwingungen oder Lärmen des Turboladers wahrnehmen, gilt es den Motor abzustellen. Der Turbolader rotiert mit einer riesengroßen Geschwindigkeit, deswegen kann sogar die kleinste Unrichtigkeit blitzschnell einen ernsthaften Schaden verursachen (es reichen ein paar Sekunden aus, um wegen unzureichender Ölmenge Lager zu zerstören). Eine angemessen schnell gestellte Diagnose lässt den Schaden beim minimalen Arbeits- und Kostenaufwand beheben.

 

  1. Nein für den Einbau eines Turboladers, der dem Motor nicht dediziert ist
    Jeder Turbolader wird für einen bestimmten Motortyp und seine spezifischen Nutzungsbedingungen gebaut. Verschiedene Parameter, wie die Motorkapazität, Leistung und Betriebsweise des Motors (auf der Straße oder im Gelände), Belastung des Fahrzeugs, oder die Meereshöhe, sind nur wenige mehrerer Faktoren, die von dem Turbolader-Konstrukteur berücksichtigt werden. Nur eine autorisierte Werkstatt kann den Original-Turbolader durch einen anderen ersetzen, ohne die Änderung von Motorparametern fürchten zu müssen.

 

  1. Warum ist der Motor aufgeladen?
    Motoren verschiedener Fahrzeuge und Geräte werden mit Abgasturboladern aus verschiedenen Gründen ausgestattet:
    •    Leistungs- und Drehmomentsteigerung,
    •    Kompensation des Rückgangs vom atmosphärischen Druck auf den Höhen,
    •    Minderung des Kraftstoffverbrauchs und der Verschmutzungsmenge in den ausgepufften Abgasen
    Der Grad der Aufladung eines Abgasturboladers im Auto darf nicht erhöht werden, insbesondere darf die Einstellung des Aufladungsdrucksreglers nicht geändert werden. Der Aufladungsdruck ist nämlich so angepasst, um die optimale Motorleistung erzielen zu können. Wenn der Aufladungsdruck zu hoch ist, kann er einen Motortemperaturanstieg und Kolbenbeschädigung oder den Pfannenverschleiß nach sich ziehen.

 

  1. Fahrer- bzw. Bedienerschulung
    Selbst die beste Anlage zeigt nicht, was sie kann, wenn ihr Benutzer sie nicht zu bedienen vermag. Aufgeladene Motoren bedürfen besonderer Vorsicht:
    •    damit der voreilige Verschleiß von Lagern des Abgasturboladers ausgeschaltet werden kann, wird der Motor nicht abgestellt, wenn er im hohen Drehzahlbereich arbeitet, da der Abgasturbolader damals immer noch mit einer riesengroßen Geschwindigkeit rotiert, während der Öldruck bis zur Null sinkt,
    •    beim Motorstart sind wenigstens 30 Minuten abzuwarten, damit die Ölleitungen gefüllt werden, erst danach darf die Drehzahl erhöht werden,
    •    es wird empfohlen, den Motor nach der Arbeit 2 bis 3 Minuten im Leerlauf zu lassen (Zeit, die der Turbolader für das Abkühlen benötigt).