Trockenstarten des Motors

Trockenstarten des Motors – der meist begangene Fehler

Der beim Turbolader-Wechsel häufig begangene Fehler ist das Trockenstarten des Motors, d.h. die Inbetriebnahme des Motors mit dem neu eingebauten Turbolader bei einer unzureichenden Schmierölmenge.
Das Wichtigste beim Turbolader-Wechsel ist, dass die Schmieranlage genau gereinigt, passierbar und mit frischem Öl befüllt, und die Ölpumpe leistungsfähig wird. Um sicher zu gehen, kann auch der Turbolader selbst mit einem reinen und frischen Öl gefüllt werden, bevor die Schmierleitung angeschlossen wird.
Beim Ölwechsel kann manchmal passieren, dass das Öl von der Ölzulaufleitung über das Einrichtung-Rückschlagventil bis zu dem Filter abfließt, wodurch die Ölleitung leer bleibt (ohne Öl). Beim Anlassen des Motors ruft die sich in der leeren Leitung befindende Luft die Kavitationserscheinung hervor (Schmieren mit einem Luft-Öl-Gemisch in Form des Schaums). Dies ist die häufigste Ursache für das Trockenstarten und bedeutet, dass innerhalb der ersten paar Sekunden nach dem Anlassen des Motors die Abgasturbolader-Lagerung nur mit einer unzureichenden Ölmenge geschmiert wird. Jeder Ausfall des Ölzuflusses bewirkt bei den hohen Drehzahlen sofortige Beschädigung der Lagerung. Um die Erscheinung zu verhindern, gilt es die Kurbelwelle mittels des Anlassers ca. eine halbe Minute vor dem eigentlichen Anlassen des Motors zu drehen oder den Motor für paar Sekunden zu starten, ohne die Drehzahl des Motors zu erhöhen.
Bei Beschädigung der Lagerung arbeitet die Abgasturbolader-Welle nicht mehr stabil, die radiale Lagerluft vergrößert sich ( die Beschaufelungen des Verdichterrades und des Laufrades scheuern an das Gehäuse). Infolge des Reibens werden Turbinen- und Verdichterradelemente weggerissen. Die infolge der mangelnden Auswuchtung entstehenden Kräfte sind so groß, dass die Welle verbiegt und schließlich bricht.